Clave Azul

Clave Azul ist ein zentrales Projekt im musikalischen Schaffen Daniel Stawinskis. Er ist nicht nur Pianist und Leiter dieser Band, auch der grösste Teil des Repertoires stammt aus seiner Feder. Der Sound von Clave Azul verbindet die kreative Offenheit und Spontaneität des modernen Jazz mit der Energie und rhythmischen Präzision afro-kubanischer Grooves. Die vielseitigen musikalischen Erfahrungen der Bandmitglieder im Spannungsfeld zwischen afro-kubanischer Folklore, Salsa und Avantgarde-Jazz ermöglichen diesen Brückenschlag – eine eigenständige, europäische Interpretation des aktuellen Latin Jazz, welche bereits 2005 mit dem Berliner Jazz & Blues Award ausgezeichnet wurde. Im November 2010 hatte die Band die einmalige Gelegenheit, die kubanische Perkussionslegende Changuito bei seinem Berliner Konzert in der Werkstatt der Kulturen zu begleiten.

Looking Inward, das neue Album von Clave Azul, wurde im Mai 2011 in der Fattoria Musica in Osnabrück aufgenommen und macht die kreative Neugestaltung der verschiedenen musikalischen Einflüsse auf vielfältige Weise hörbar. Das Album ist u.a. bei CdBaby als Cd oder mp3-Download erhältlich.

Das Album zeigt, welche Richtung der moderne Latinjazz gehen kann, wie erfrischend und bereichernd ein Congaklang außerhalb von Salsa & Co. klingen kann. Der Zuhörer wird beim Hören vielerlei kleine Überraschungen erleben: hier und da frei improvisierte Exzesse, montunoartige Höhenflüge, aber auch intime Fünfsamkeit sorgen für abwechslungsreichen Hörgenuss. Daniel Lindenblatt, JazzAffine

Nach innen schauen heißt bei Daniel Stawinski, ein ganzes Bündel erfrischender Musik anzubieten. Den Schlüssel („Clave“) dazu findet der Pianist Stawinski in den vielfältigen Rhythmusformen afrokubanischer Musik und der Improvisationsfähigkeit des modernen Jazz. „Azul“ (blau) leuchten die Klänge, die das Quintett aus verschiedenen Stilen der lateinamerikanisch-karibischen Heimat einer elektrisierenden Musik zieht. Meistens ruhig fließend verliert sich die Musik des Quintetts auch im zerhackten, unruhigen Jazz („Rhapsodie“) oder verwandelt sich in folkloristisch untermauerte Expeditionen in die Räume mutiger Experimente („Patagonisches Volkslied“). Es ist wichtig festzustellen, das die Band sich nicht als Epigonen eines Latin Jazz sieht, die den Originalen hinterher hecheln, ohne ihnen jemals das Wasser reichen zu können. Daniel Stawinski und Clave Azul bedienen sich dezent bei den typischen Merkmalen lateinamerikanisch orientierter Musik, bestehen aber nicht auf eine 1:1-Umsetzung. Nur so kann es gelingen, eine mit Zitaten gespickte eigene Klangfarbe anzurühren, ohne die Originale zu verwässern.
Klaus Hübner, Jazzpodium 06/12